Nach und nach trafen die Teilnehmer der diesjährigen Zweitagesreise gegen 0700 Uhr auf dem Dorfplatz in Wangen ein, so dass Erich kurz nachher dem Motor unseres kleinen Reisebusses starten konnte. Kurzfristige Absagen führten dazu, dass wir nur 14 Teilnehmende waren. Erstes Ziel war die Biathlon Arena in Lenzerheide wo uns der Organisator der Reise, Beat Bieler in Empfang nahm.

Nach der Begrüssung und einem Blick hinter die Kulissen; das Zentrum wird auch für Seminare und andere Veranstaltungen benützt, konnten wir Einblick in die Unterkünfte, Trainingsräume und Einrichtungen nehmen.

Ab 1030 Uhr war Wettkampf angesagt. Vorerst wurden wir in die Eigenheiten der Gewehre eingeweiht wie Zielen, Laden, Schussauslösen und Nachladen. Danach durften wir erste Schüsse auf die 5 Zielscheiben abgeben. Noch standen uns Auflagen für unsere Gewehre zur Verfügung, trotzdem mussten wir versuchen einen Rhythmus im Schiessen zu erreichen, Zeitvorgaben wurden nicht gegeben. Distanz 50 m, Scheibendurchmesser 11,5 cm beziehungsweise 5 cm, leichter Rückenwind.

Nun hiess es das eben Gelernte anzuwenden, indem nun 5 Schüsse liegend frei auf die kleinen 5 cm Scheiben abzugeben waren. Anschliessen mussten wir eine Laufrunde von ca 80 m bewältigen, und wer Fehlschüsse zu verzeichnen hatte, musste die entsprechende Zahl kleiner Zusatzrunden absolvieren. Ziel war, unseren Puls so anzuregen um bei erhöhter Frequenz nochmals 5 Schüsse auf die kleinen Scheiben abzugeben. Anschliessend dasselbe noch einmal, nun aber stehend frei auf die grossen Scheiben. Augenfällig war, dass hier die Zahl der Fehlschüsse schnell anstieg.

Danach stand der eigentliche Wettkampf an, den Roberto Filipponi gewann, gefolgt von Pascal Kaul und Ruedi Wyder. Dem Gewinner winkte eine Uebernachtung mit Nachtessen für zwei Personen im Gasthaus Post in Sils i.D.

Wir wissen nun wie die Schiessleistungen der Spitzen-Biathleten im Wettkampf zu werten sind, benötigen diese für die Abgabe ihrer 5 Schüsse höchsten 20 bis 30 Sekunden, um dann gleich weiterzulaufen.

Nach einem ausgiebigen Mittagsessen verabschiedeten wir uns Richtung Domleschg. Unterhalb Zorten trennten wir uns, eine Gruppe nahm den Fussmarsch über den alten Schynweg nach Sils i.D. unter die Füsse, wir anderen fuhren mit unserem Bus hinunter zum Solisbrüggli, wo wir selbstverständlich Halt machten und einkehrten. Später, in Sils. i.D. trafen wir auf unsere Wandergruppe, worauf wir im Gasthaus Post Zimmer bezogen, uns frisch machten und uns dann per Postauto nach Thusis ans Thusener Dorffest aufmachten.

Da der Schreibende nicht gleichzeitig überallsein konnte und sich die Gruppe inzwischen auflöst hatte, ist es nicht möglich hier ins Detail über den Abend zu gehen. Es darf aber gesagt werden, dass keine Zwischenfälle zu verzeichnen waren. Den Heimweg nach Sils i.D., über eine kleine Hängebrücke über den Hinterrhein, legten wir zu Fuss zurück.

Am Sonntagmorgen, ab 0800 Uhr, gab es ein ausgiebiges, gediegenes Morgenessen. Um 1000 Uhr war Abfahrt Richtung Sagans angesagt, wo wir leicht verspätet eintrafen. Als nächstes Highlight stand die Besichtigung des Eisenbergwerk Gonzen in Sargans an.

Nach einer eindrücklichen Filmvorführung über den Ablauf der Eisenerzgewinnung betraten wir das 1966 stillgelegte Bergwerk. Das Werk wurde zu unterschiedlichen Zeiten betrieben, war zeitweise stillgelegt um dann zu Beginn des 2. Jahrhunderts nochmals aufzublühen, besonders während der beiden Weltkriege. Der fehlenden Kohle wegen, die zur Verhüttung dringend benötigt und zwingend importiert werden musste, wurden die Erze ins Ausland exportiert und dort verhüttet, um dann als Roheisen zur weiteren Verarbeitung in die Schweiz zurück zu kommen.

Mit einer kleinen Stollenbahn, die einzelnen gedeckten Wägelchen fassten fünf bis sechs Personen, fuhren wir ca 2,5 km in den Berg hinein. Im weit verzweigten Stollennetz von rund 90 km Länge wurden hochwertige Erze wie Hämatit, Magnetit und Hausmannit unter ohrenbetäubendem Lärm abgebaut. Die Verhüttung erfolgte im vorletzten Jahrhundert noch weitgehend in der Umgebung von Sargans in kleinen Schmelzöfen, die mit Holz aus den Wäldern der Umgebung, teilweise bis zum Walensee hinunter, beheizt wurden; es hiess, dass sogar selbst vor Kirschbäumen kein Halt gemacht wurde.

Unser Rundgang von ca. 2.5 km führte uns zu Fuss durch die verschiedensten Stationen der Erzgewinnung. Wir erhielten einen Einblick in die dazu verwendeten Werkzeuge und Maschinen bis zur Belüftung der Stollenanlage und dem Abtransport der abgebauten Erze.

1966 kam das Ende; noch liegt eine vielfache Menge des bisher abgebauten Erzes im Berg; aber, aller verstärkten Mechanisierung der Abbaumethoden zum Trotz, es rentierte einfach nicht mehr.

Das Interesse von uns Teilnehmer forderte unsere Führer, so dass die Führung länger dauerte als vorgesehen. Aber zu einem Gläschen reichte es trotzdem noch. Den kompetenten Führern sei Dank.

Nicht nur die SBB hat mit dem Schliessen ihren Wagentüren ihre Probleme, auch an unserem Bus wollte sich diese partu nicht mehr schliessen. Nachdem der richtige Hebel gefunden war und sich die Türe endlich schliessen liess, war die Weiterfahrt gesichert.

Als nächstes Highlight stand das Eidgenössische Schwing und Aelplerfest an, von dem wir den siebten und achten Gang sowie den Schlussgang auf der Grossleinwand in der Public Viewing Arena in Maienfeld miterlebten. Gross war die Enttäuschung der Maienfelder als ihr Lokalmatador, Armon Orlik, ausschied.

Danach machten wir uns auf den Heimweg nach Wangen, wo wir gegen 1915 Uhr eintrafen und sich die Gruppe auflöste.

Dank gehört Beat Bieler für die ausgezeichnete Organisation der Reise, Erich Vollenweider für das sichere führen unseres Busses und allen Teilnehmern die zum Gelingen der Reise beigetragen haben.

26. August 2019, Hans Wyder

Hier findet ihr einen schönen Video mit Bildern von Max Kaul