Die Wettervorhersagen für die Nacht vom 15. auf den 16. Juni 2019 waren alles andere als verheissungsvoll. Dementsprechend hatten wir Übungsleiter einen Plan «B» im Köcher. Das hiess, sollten alle Dämme brechen, wäre für alle auf dem direktesten Weg das Restaurant Tössrain beim Bahnhof Wülflingen anzustreben. Dass letztlich auch noch ein Plan «C» zum Tragen kommen würde, wussten auch wir Übungsleiter noch nicht.

Trotzdem trafen sich 14 Teilnehmer, davon 12 Marschierer und die beiden Leiter, um 1700 Uhr beim Schürhof in Wangen.

1730 Uhr war Abfahrt mit Bus und Bahn nach Embrach/Rorbas. Nach der üblichen Startverpflegung stellten sich die einzelnen Gruppen zusammen, wurden die Karten, mit dem ersten Posten versehen, verteilt und zeitlich gestaffelt gestartet. Noch war es trocken, aber schwarze Wolken bedeckten den Himmel, und sie rührten sich kaum vom Fleck.

Der erste Posten, eine Waldecke unterhalb Dättlikon, wurde von zwei Gruppen zügig erreicht während die beiden anderen Gruppen dort bei leichtem Regen und einsetzenden Winden eintrafen. Mit den Angaben zum zweiten Posten, dem Höhenzug Multberg/Berenberg, wurden die Gruppen auf den Weg geschickt. Distanz ca, 3 km und 170 m Höhendifferenz.

Aber dann hat der Himmel alle Schleusen geöffnet. Ein heftiges Gewitter verwandelte Strassen und Wege zu Sturzbächen und dazu fegten heftige Sturmwinde. Drei Gruppen schlugen sich vorerst bis zum Bahnhof Pfungen durch, die vierte blieb beim Gehöft Blumetshalde, eingangs Pfungen stecken. An ein weiteres Fortsetzen des Nachtmarschs war vorerst nicht zu denken.

Nun trat unser Plan «B» in Kraft. Die drei vordersten Gruppen wurden per  Handy aufgefordert in Pfungen den Zug nach Wülflingen zu nehmen und sich im Restaurant Tössrain einzufinden. Was diese auch umsetzten.

Die letze Gruppe war wie bereits erwähnt  beim Gehöft Blumetshalde stecken geblieben. Ich Hilferuf erreichte uns und wir mussten sie mit Autos abholen und ebenfalls zum Tössrain bringen. Die Stimmung der Teilnehmer war leicht bedrückt.

Nun waren die Wirtsleute gefordert, trafen wir doch gut eine Stunde zu früh im Restaurant zum Nachtessen ein. Die Wirtin konnte nicht verstehen, dass wir uns trotz Wetterwarnung auf den Weg gemacht hatten. Trotzdem, die vorbestellten Nachtessen kamen zügig auf den Tisch und die allgemeine Stimmung besserte sich zusehends.

Draussen aber herrschte weiterhin Sturm und sintflutartige Regenfälle. Ein Weitermachen wäre bei diesen Verhältnissen eine riskante Angelegenheit gewesen, hätte der weitere geplante Weg durch offenes Gelände und grössere Waldpartien geführt.

Nach einem kurzen Gespräch unter uns beiden Übungsleitern über das, «wie weiter», einigten wir uns auf den Plan «C»: Abbruch der Uebung und Rückfahrt nach Wangen, wo wir gegen 0030 Uhr ankamen.

So wird dieser Nachtmarsch wohl als der Kürzeste (ca. 6 km und 7.5 Std.) in unsere Vereinsgeschichte eingehen.

 

Noch einige Daten zu geplanten Route und zu den Teilnehmern

Start beim Bahnhof in Embrach/Rorbas, Dättlikon, Koordinaten 264.300/688.950; Pfungen Hinterrumstal, Koordinaten 262.800/691.800; Wülflingen, Tössrain, Koordinaten 262.350/693.700; Brütten Eichhölzli, Koordinaten 259.100/692.800; Oberwil, Waldhütte Egg, Koordinaten 258.900/689.900.

Distanz: ca 20 km Strecke, wovon nur die ersten ca. 6 km zurückgelegt wurden; Höhendifferenz insgesamt ca 220 m.

Teilnehmer: Rolf Baumberger, Peter Küenzi, Hanspeter Ebersbächer, Werner Wyder, Sam Weber, Ruedi Wyder, Andi Fischer, Bruce Jenni, Fredi Schilling, Herbert Huber, Walter Schaad, Hermann Surber.

Wangen 16. Juni 2019

Erich Vollenweider/Hans Wyder